Der
Fliegende Holländer in L A.
SPIEGEL - Redakteur
Klaus Umbach über den Münchner Generalmusikdirektor
Sergiu Celibidache
Wie er mit schwerem,
schaukelnden Schritt auf die Bühne kommt, sich auf
einer Stuhllehne oder der Schulter eines Musikers
abstützt und mit muffiger Miene ans Pult tastet
- das könnte glatt der alte Liszt sein.
Wie bei dem greisen
Abbé fallen die weißen, kinnlangen und pomadig zu
Strähnen gebündelten. Haare bei jeder Kopfbewegung
wie Stores um die Wangen. Doch während Liszt, der
Virtuose mit den niederen Weihen, gütig in die Welt
sah, mustert Celibidache die Menschen meist mißtrauisch.
Schräg von vorn betrachtet, hat sein Gesicht mit
den scharfen Furchen und den entschieden nach unten
gezogenen Mundwinkeln den sauertöpfischen Charme
einer betagten Indianerin.
So, als imposantes
Fossil, tritt er auf, und so, als exotisches Kultobjekt,
will er wohl auch gesehen werden: Sergiu Celibidache,
76, Tsche-li-bi-daa-ke gesprochen und „Celi"
genannt, der letzte Häuptling aus dem Reservat der
erzromantischen Kapellmeister.
„Brahms will ich
deutsch und breit gesungen, nicht gepfiffen und
nicht gezischt", belehrt der geborene Rumäne
in aufgerauhtem Baß die Münchner Philharmoniker,
denen er seit 1979 als Generalmusikdirektor vorsteht.
Gemeinsam sind sie seit Anfang April auf Tour:14
Konzerte in USA und Kanada, das bislang wohl wichtigste
Auslandsunternehmen von Orchester und Chef. Wenn
überhaupt, dann können Maestro und Tutti hier, publizistisch
und propagandistisch, in den Adelsstand der so genannten
Weltklasse erhoben werden.
Die Präludien zur
Nobilitierung sind gut gelaufen. Mitte November
waren Celibidache und die Philharmoniker als erstes
bundesdeutsches Groß-Orchester auf Konzertreise
in Israel. Nur zwei Wochen zuvor hatten sie in Moskau
beim Gipfel aufgespielt, der Chefdirigent hatte
mit Bundeskanzler Kohl so gar an Gorbatschows Tafel
speisen dürfen. Demnächst fahren sie auf Staatsvisite
nach Bonn, 40 Jahre Bundesrepublik: Zur Feier des
Tages und des Ortes gibt es Beethoven. Man hat den
prominenteren philharmonischen Rivalen aus Berlin
also gleich dreimal in die Suppe gespuckt, und Celibidache
hat, nebenbei, dem ungeliebten Kollegen Karajan
den repräsentativen Alleinvertretungsanspruch vermasselt.
Am Tag nach dem ersten
Tournee-Auftritt im Music Center von Los Angeles
bedankt sich Celibidache „für das Konzert gestern
Abend". „Aber wir können", rügt er mit
Recht, „noch sehr viel besser spielen", die
Brahms - Vierte war ihm zuwenig deutsch und gesungen.
Er war sauer und
seine Miene auch. „Es tut mir leid, daß ich so ausgesehen
habe", entschuldigt er sich nun für sein grantiges
Image vor dem ganzen Orchester. „Ich hatte einfach
zu wenig Selbstbeherrschung, um meinen Ärger zu
verbergen." Die gut 100 Musikerinnen und Musiker
unter ihm lächeln: Ach, Celi, geschenkt.
Dann, wiewohl mit
Dämpfer, die Standpauke: „Wir müssen einfach noch
viel besser spielen, wenn wir an die Weltspitze
wollen." Schon am gleichen Abend machen sie
vor, daß sie das schaffen können, und geben mit
Bruckners Vierter ein Traumkonzert.
Eigentlich unverschämt
wenig Musik fürs Geld: normalerweise gut eine Stunde
Spielzeit, kaum abendfüllend. Aber Celibidache legt
kräftig zu, indem er monumental verlangsamt: Das
Stück dauert auf einmal 85 Minuten, wuchert in himmlische
Überlängen aus, und das vor kalifornischen Zuhörern,
die solche Breitseiten aus Bruckners orchestraler
Riesen-Orgel nun wirklich nicht gewohnt sind. Es
gibt Standing Ovations.
Da fassen sich nicht
nur die Amerikaner an den Kopf: Ist dieser damned
old guy mit dem unaussprechlichen Namen vielleicht
nicht ganz bei Trost, ist er, so auch die Alternative
der „Los Angeles Times", ein „Heiliger oder
ein komischer Heiliger":
Dabei liegt Celibidache
eigentlich längst als Legende in der Ablage - ein
Widerspruchsgeist in eigener Sache: Er versteift
sich auf orchestrale Perfektion, verachtet aber
das Medium Schallplatte, wo diese Perfektion die
Regel ist; und das nur, weil er das „hehre Mysterium"
Musik nicht wie einen Pfannkuchen platt pressen
lassen will. Er treibt einen bizarren Klangfetischismus
und mutet seinen Verehrern den schäbigen Sound irgendwelcher
Raubpressungen zu. Er meidet nahezu alle Festspiele,
begnügt sich mit einem kleinen Repertoire und schimpft
die Oper in Acht und Bann: Sie sei „keine Musik",
sondern allenfalls „eine Gattung, in der auch Musik
vorkommt".
Nur mit den Proben
aast er: Acht, zehn, auch mehr setzt er an und führt
er durch, ein Vielfaches der Norm, eine luxuriöse
Marotte, die Celibidache für die meisten Orchester
unbezahlbar macht. Seine Verpflichtung zum Chef
des Israel Philharmonie Orchestra scheiterte vor
Jahren auch an seinen diesbezüglich happigen Wünschen.
Für sein (fast unbemerkt gebliebenes) US-Debüt vor
fünf Jahren wählte er keinen der etablierten und
prestigeknalligen US-Klangkörper, sondern ein Studentenorchester,
mit dem er - in theoretischer und praktischer Unterweisung
-machen konnte, was er wollte. Und er wollte drei
Wochen lang sechsmal die Woche zwei Stunden täglich.
„Das bißchen, das
ich weiß", kommentierte Celibidache die Exerzitien,
„wollte ich den jungen Leuten vermitteln, bevor
sie der Mafia der amerikanischen Musik-Interessen
in die Hände fallen." Mit derlei Wahrheiten
hat sich Celibidache schon immer Freunde gemacht
Wenn die Karajan-Kultur,
dieses multimedial geschmierte Laufwerk der Musikindustrie,
einen unerschütterlichen und unbestechlichen Gegenspieler
hat, dann ist es Celibidache, dieses er frischend
öffentliche Ärgernis mit dem langen Leporello voll
frechem Unflat:
Karajan? „Schrecklich.
Entweder ist er ein guter Geschäftsmann, oder er
kann nicht hören." Hans Knappertsbusch - „ein
Skandal", „Unmusik bis dorthinaus". Arturo
Toscanini - „eine reine Notenfabrik". Theodor
W. Ador no - „der größte Schwätzer der Weltgeschichte".
Karl Böhm - ein „Kartoffelsack", dirigierte
„noch keinen einzigen Takt Musik in seinem Leben".
Leonard Bernstein
und Zubin Mehta „kommen in meiner Welt nicht vor".
Riccardo Muti ist zwar „begabt, aber ein enormer
Ignorant". Und Mutis Landsmann Claudio Abbado?
„Ein völlig unbegabter Mensch. Eine Qual. Drei Wochen
ohne Essen würde ich überleben. Drei Stunden in
seinem Konzert - Herzinfarkt"
Auch wenn Celibidache,
etwa beim Schleswig-Holstein Musik Festival, junge
Instrumentalisten unterrichtet oder an der Mainzer
Universität über „Phänomenologie der Musik",
sein Steckenpferd, doziert, nimmt er keine Hand
vor den Mund.
Zu einem Studenten
in Mainz: „Wann bist du geboren? Warum kommst du
erst jetzt?" Zu einer Schülerin: „Fragst du
immer so dumm?" Ein junger Instrumentalist
verpatzt seinen Einsatz: „Warum kommst du zu spät?
Wegen Rheuma?" Ein anderer bedient seinen Triangel
etwas grob: „Schlägst du mit einem Suppenlöffel?"
Natürlich hat die
Branche an derlei Schimpf und Spott ihre Schadenfreude,
und in dem sonst so taktvollen Konzert der Kulturträger,
wo zumindest öffentlich eine Krähe der anderen nur
Loblieder pfeift, bleibt Celibidache das Schandmaul
mit dem Giftzahn.
Nur: Er will mit
seinen Sottisen nicht bloß Dampf ablassen und ein
bißchen antikollegial stänkern, nein, er ist tat
sächlich davon überzeugt, hoch über dem Bodensatz
des gemeinen Interpretentums zu schweben - weil
nur ihm die große Erleuchtung zuteil wurde.
Schon mit zwölf,
das behauptet Celibidache jedenfalls heute, sei
er, der Sohn eines griechisch-orthodoxen Präfekten
aus Roman, mit fernöstlichen Heilslehren in Berührung
gekommen. Um eingeweiht zu werden ins Glasperlenspiel,
versenkte er sich in den Zen-Buddhismus, hielt sich
eine Zeitlang regelmäßig in indischen Klöstern auf,
ernannte sich zum Neuen Gnostiker, zum Schüler von
Sai Baba und zum Jünger des deutschen Gurus Martin
Steinke.
„Indem ich meine
Klangerfahrungen und die in diesen Erfahrungen fundier
ten Einfühlungen fremder Subjektivitäten transzendiere,
erreiche ich die Stufe objektiver Gültigkeit, das
heißt, die intersubjektive Betreffbarkeit."
Mit anderen Worten: Musiker sollten nicht reden.
Er steht auf dem
Podium, „um alle Elemente zu vereinen": „Ich
muß da sein, aber ich bin nicht da." Vielmehr
„bin ich da, weil ich nicht da bin". Oder,
anders ausgedrückt: „Ich bin am Anfang und am Schluß.
Wo also bin ich?" Eine gute Frage: Vielleicht
in der transzendierenden Grauzone zwischen Genie
und Scharlatanerie oder abgehoben auf dem Schaumstoff
einer Privat-Religion oder doch mit beiden Beinen
auf der Basis von Toccaten und Kontrapunkt?
Seine Karriere begann
als Nachkriegskrimi. Am 23. August 1945 wurde in
Berlin der Dirigent Leo Borchard auf offener Straße
von einem amerikanischen Besatzungssoldaten erschossen.
Damit verlor das Berliner Philharmonische Orchester
den Mann, der während des Auftrittsverbots von Wilhelm
Furtwängler den Chef spielte.
Als Ersatzmann des
Ersatzmannes kam Celibidache an die Macht, gerade
33. nach dem Studium von Mathematik, Philosophie
und Musik fast noch ein unbeschriebenes Blatt. Sechs
Tage nach Borchards Tod stand er, nach eigener Aussage
„politisch eine Jungfrau" und mit einer Lizenz
für alle vier Besatzungszonen legitimiert, erstmals
am Pult der Berliner Philharmoniker.
Was heißt: stand?
Für Celibidache war die Ernennung eine Aufforderung
zum Tanz. Mit virtuosem Temperament drehte er auf
dem Podium seine Pirouetten, sprang in die Luft,
wiegte die Hüf ten, streckte die Arme wie ein Erlöser
himmelwärts und schwang den Takt stock mal als Steuerknüppel
für philharmonische Höhenflüge, mal als Räucherstäbchen
für die symphonische Trance, allemal als Prügel
über den ausgemergelten Musikern, die ihm bei ihrer
Knochenarbeit widerspruchslos parieren mußten. Aber
die Berliner Damen konnten einfach nicht genug kriegen
von diesem faszinierenden Vibrator mit seinen schwarzen
Locken.
Insgesamt 414mal
hat Celibidache die Philharmoniker geleitet und
für Furtwänglers Comeback auf Zack gebracht und
gehalten. Als der deutsche Gralshüter schließlich
entnazifiziert auf seinen Posten zurückkehrte, trat
der balkanesische Gastarbeiter widerspruchslos ins
zweite Glied. Als Furtwängler dann 1954 starb, hat
Celibidache sich Chancen ausgerechnet. Vergebens.
Die Mehrheit des Orchesters mochte seinen Drill
und Stil nicht, einige flüsterten hinter vorgehaltener
Hand, er sei ein russischer Spion. Furtwänglers
Nachfolger wurde Herbert von Karajan.
Nun war Celibidache
ein Dirigent oh ne festen Stehplatz, ein Fliegender
Holländer mit dem Trauma des Unerwünschten. Zwar
hatte er in Mittel- und Südamerika beachtliche Erfolge,
band sich für gewisse Zeiten auch an die Königliche
Kapelle Kopenhagen, an das Schwedische Radio-Symphonie-Orchester
und, ab 1972, an das Radio-Symphonieorchester Stuttgart.
Aber ein letztes, großes Crescendo in dieser Karriere
mochte ihm niemand mehr zutrauen.
Auch die 1979 offiziell
eröffneten Beziehungen zu den Münchner Philharmonikern,
damals noch einem drittklassigen Ensemble, schienen
nicht auf Dauer angelegt. Als Ouvertüre verkündete
Celibidache, die „Harmonie" zwischen ihm und
dem Orchester sei, kaum entstanden, schon wieder
„zerstört". War sie dann doch nicht, aber die
Stadt mußte bereits abgeschlossene Verträge mit
dem von Celibidache runtergeputzten Dirigenten Riccardo
Chailly annullieren. Im Juni 1981 gab es dann Krach
um einen Hornisten. Celibidache spielte beleidigte
Leberwurst und schnappte erst wieder aus, nachdem
dem Maestro das „volle Vertrauen der Stadt auf den
Tisch gelegt" worden war.
Mit diesem Vertrauen
war es dann 1984 wieder vorbei, als sich der von
Gicht geplagte und zu Absagen gezwungene Maestro
in der Auswahl der Ersatzdirigenten übergangen wähnte:
Die „schöne Arbeit" sei „zum Teufel",
„sie haben mich begraben oder so was".
So was schlägt sich,
so was verträgt sich. Der Meister grollte, die Stadt
drohte mit einem Ultimatum, auf einmal war alles
gut, und Celibidache trug sich mal wieder selbst
auf dem Silbertablett: „So unverschämt das klingt",
verlautbarte er ins Rathaus, die Herrschaften möchten
einsehen, „daß es für München keine Alternative
zu Celibidache gibt".
Die gibt es tatsächlich
nicht. In einer Zeit weltweiter Musik-Verwertung,
wo nahezu alle Orchester von Rang auf die selbe
austauschbare Hochglanz-Politur gewienert werden
und nahezu alle Dirigenten von Rang genau dieses
Styling wollen, ist Celibidache, dieser Proben-Schinder,
Platten-Boykotteur und Glasperlenspieler, ein Solitär
aus fernen Zeiten und ein schroffer Fels des Anstoßes.
Sicher, es gibt Musik,
die tüftelt er immer noch leicht kaputt, da fummelt
er so lange, bis die kompositorische Struktur zersplittert
ist und der musikalische Fluß versickert.
Aber bei Bruckners
Vierter, die er den Amerikanern bis Ende des Monats
noch ein paarmal vorführen wird, ist er ja nicht
nur langsamer geworden, sondern wirklich seelenruhig.
Vielleicht hat er in München, auf seine alten Tage,
endlich das Berliner Trauma überwunden und auch
die bittere Einsicht verkraftet, daß von seinen
(selbst gezählt) „6000 Schülern" vielleicht
keiner das wird, was sich der Lehrer Celibidache
erhofft hatte, „eine negative Bilanz".
Dennoch, den Bruckner-Brocken
kann er so, wie ein symphonisches Sakrament, eigentlich
nur dirigieren, weil er mit sich selbst endlich
Frieden geschlossen hat. Spiegel
16/1989
„Wo du hinkommst,
wird besser gekocht"
Im SPIEGEL Nr.
16 berichtete SPIEGEL- Redakteur Klaus Umbach über
den Dirigenten Sergiu Celibidache, der nach dem
Zweiten Weltkrieg, während der unterbrochenen Amtszeit
von Wilhelm Furtwängler, ein paar Jahre das Berliner
Philharmonische Orchester in dessen Stellvertretung
leitete und sich seit längerem als Anhänger des
Zen-Buddhismus ausgibt. Dabei wurde auch eine Auswahl
der berüchtigten Ausfälle gegen tote und lebende
Kollegen zitiert: „Karajan? .Schrecklich. Entweder
ist er ein guter Geschäftsmann, oder er kann nicht
hören.' Hans Knappertsbusch - ,ein Skandal', .Unmusik
bis dorthinaus'. Arturo Toscanini - ,eine reine
Notenfabrik'. Karl Böhm - ein .Kartoffelsack', dirigierte
.noch keinen einzigen Takt Musik in seinem Leben'."
Dazu erreichte uns aus dem Himmel ein Telex in (himmlisch
angemessener) englischer Sprache von Arturo Toscanini,
„Vermittelt" hat es der sonst extrem publizitätsscheue
Dirigent Carlos Kleiber.
Telex von Toscanini
(Himmel) an Celibidache (München)
Lieber Sergiu!
Wir haben im SPIEGEL
von Dir gelesen. Du nervst, aber wir vergeben Dir.
Es bleibt uns nichts anderes übrig: Vergeben gehört
hier zum guten Ton. Kartoffelsack-Karli* erhob einige
Einwände, aber als Kna und ich ihm gut zugeredet
und ihm versichert haben, daß er musikalisch sei,
hörte er auf zu lamentieren.
Wilhelm behauptet
jetzt plötzlich steif und fest, daß er Deinen Namen
noch nie gehört hat. Papa Joseph, Wolfgang Amadeus,
Ludwig, Johannes und An ton sagen, daß ihnen die
zweiten Violinen auf der rechten Seite lieber und
daß Deine Tempi alle falsch sind. Aber eigentlich
kümmern sie sich einen Dreck drum. Hier oben darf
man sich sowieso nicht um Dreck kümmern. Der Boss
will es nicht.
Ein alter Meister
des Zen, der gleich nebenan wohnt, sagt, daß Du
den Zen-Buddhismus total falsch verstanden hast.
Bruno hat sich über Deine Bemerkungen halb krankgelacht.
Ich habe den Verdacht, daß er Dein Urteil über mich
und Karli insgeheim teilt. Vielleicht
könntest Du zur Abwechslung mal auch was Gemeines
über ihn sagen, er fühlt sich sonst so ausgeschlossen.
Es tut mir leid,
Dir das sagen zu müssen, aber hier oben sind alle
ganz verrückt nach Herbert, ja die Dirigenten sind
sogar ein klein bißchen eifersüchtig auf ihn. Wir
können es kaum erwarten, ihn in etwa fünfzehn bis
zwanzig Jahren hier herzlich willkommen zu heißen.
Schade, daß Du dann nicht dabei sein kannst. Aber
man sagt, daß dort, wo Du hinkommst, viel besser
gekocht wird und daß die Orchester dort unten endlos
proben. Sie machen sogar absichtlich kleine Fehler,
damit Du sie bis in alle Ewigkeit korrigieren kannst.
Ich bin sicher, daß
Dir das gefallen wird, Sergiu. Hier oben lesen die
Engel alles direkt von den Augen der Komponisten
ab, wir Dirigenten brauchen nur zuzuhören. Nur Gott
weiß, wie ich hierher gekommen bin.
Viel Spaß wünscht
Dir in aller Liebe Arturo.
* Die
himmlischen und irdischen Personen in der Reihe
ihres Auftretens sind: Kartoffelsack-Karli ist Karl
Böhm. Kna ist Hans Knappertsbusch. Wilhelm ist Wilhelm
Furtwängler, Papa Joseph, Wollgang Amadeus, Ludwig,
Johannes und Anton sind Haydn, Mozart, Beethoven,
Brahms und Bruckner. Bruno ist Bruno Walter, Herbert
ist Herbert von Karajan.

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